Andere über uns
Wir haben verschiedene Komponistinnen, InterpretInnen, Menschen aus den Medien und dem Musikbusiness, die uns über lange Jahre begleitet haben, gebeten, einen kurzen Text über den Furore Verlag zu schreiben.
Florentine Mulsant

Komponistin aus Paris

"Vom Furore Verlag verlegt zu werden ist eine große Ehre und eine große Freude. In unserer 18-jährigen Zusammenarbeit hatte ich keinerlei Probleme mit den Furore-MitarbeiterInnen. Sie sind wunderbar. Ich bewundere die unglaubliche Arbeit, die sie leisten, um die Musik von Komponistinnen zu befördern. Sie sind die einzigen Verleger, die diese Arbeit leisten und das ist fantastisch. Ich wünsche Furore ein langes Leben und bedanke mich für alles, was sie für mich getan haben. Herzlichen Glückwunsch!"

Leider stehen keine weiteren Informationen zur Verfügung!

Vivienne Olive

britische Komponistin und Musikwissenschaftlerin, London/Nürnberg

"In den frühen 80er Jahren bekam ich Besuch von Renate Matthei, die von Kassel nach Nürnberg gekommen war, um die Aufnahme meiner Kompositionen in den neu gegründeten Furore Verlag zu besprechen. Damals kannten wir uns kaum: Bisher hatte ich sie eher als eine stille Erscheinung erlebt, die man bei Versammlungen des damals auch noch recht jungen Vereins Frau und Musik antreffen konnte.

Die Aussicht, endlich mit einem Verlag zusammen zu arbeiten, der sich für meine Musik engagieren würde, gab mir sehr viel Mut. Ich hatte vor gar nicht langer Zeit einen Brief von Edition Modern bekommen, in dem stand, es sei sehr schwierig, eine Komponistin „an den Mann“ zu bringen. Sehr witzig – aber auch ein Beweis dafür, wie schwer es damals für Frauen noch war, als Komponistin ernst genommen zu werden. Heutzutage könnte man wahrscheinlich einen Verlag wegen einer solchen Bemerkung verklagen. Damals wäre ich gar nicht auf den Gedanken gekommen – man sieht also, wie weit wir in den letzten 25 Jahren gekommen sind.

Damals habe ich natürlich noch nicht geahnt, welch eine fruchtbare Zusammenarbeit mir mit dem Furore Verlag bevorstand. Zurückblickend kann ich sagen, dass es wirklich nicht nur darum ging, die eigenen Werke gedruckt zu sehen. Es waren auch die vielen Kontakte, die im Laufe der Jahre entstanden sind, und endlich ernst genommen zu werden – das alles hat mein Leben als Komponistin verändert.

Es gab Zeiten, da ein Verlag, der sich auf die Musik von Frauen spezialisiert, belächelt oder kritisiert wurde – es wurde dem Verlag gar „Diskriminierung“ vorgeworfen. Aber ich wusste aus eigener Erfahrung, wie nötig ein solcher Verlag war – und leider immer noch ist. Auch wenn sich viel verändert hat, es gibt immer noch unterschwellige Vorurteile gegen Komponistinnen – nicht mehr in Form von krassen Bemerkungen (inzwischen darf man das nicht mehr). Man braucht nur einen Blick auf die Programme der großen Festivals der Welt zu werfen – sogar im eher fortschrittlichen London waren 2010 bei den berühmten "Promenade Concerts" bei 74 Veranstaltungen Komponistinnen nur mit 4,1 % vertreten – hinzu kam, dass die Werke von Komponistinnen oft in kleineren Veranstaltungsorten bei Vormittagskonzerten gespielt wurden. Es gibt noch viel zu tun!

Aber, was meinen eigenen Werdegang betrifft, da bin ich dem Furore Verlag unendlich dankbar. Die Arbeit von Renate Matthei, Sabine Kemna und früher auch Barbara Gabler ist durch all die Jahre unermüdlich gewesen. Es gibt jetzt neue MitarbeiterInnen bei Furore, der Verlag vergrößert sich, aber er hat nichts von seiner ursprünglichen Identität eingebüßt – er hat immer noch einen persönlichen Touch, den man bei größeren Betrieben nicht findet. Bei dem Furore Verlag habe ich es nicht mit "Geschäftsleuten" zu tun, sondern mit Freunden."


Dagmar Sikorski

Präsidentin des Deutschen Musikverlegerverbandes Geschäftsführende Gesellschafterin der internationalen Musikverlagsgruppe Sikorski

"Stellen wir uns vor, vor 200 Jahren hätte es bereits eine Frauenquote in unserer Branche gegeben – dann gälte es heute sicher nicht als Pionierleistung eines Musikverlages, sich besonders um Komponistinnen zu kümmern. Doch da es genau diese Quote nicht gegeben hat, braucht es Musikverlage wie den Furore Verlag aus Kassel, um die Musik von Frauen, die im Schatten ihrer männlichen Kollegen kreativ tätig sind und waren, heute bekannt zu machen.

Die Musikverlegerin Renate Matthei ging vor 25 Jahren in Kassel das Wagnis ein, einen Musikverlag mit Veröffentlichungen von Noten und Büchern von und über Komponistinnen ins Leben zu rufen – heute geben ihr über 1.000 Werke von mehr als 150 Komponistinnen aus sieben Jahrhunderten und aller Welt Recht.

Belohnt wurde der persönliche Einsatz von Renate Matthei und der ihrer Kolleginnen mit zahlreichen Preisen, darunter auch dem Musikeditionspreis "Best Edition" des Deutschen Musikverleger-Verbandes. Und wenn ich an unsere Verbandsmitglieder denke, so sind auch dort Frauen in leitenden Positionen doch immer noch in der Minderzahl. Bleibt zu hoffen, dass das Beispiel des Furore Verlags Schule macht und "frau" durch Qualität überzeugen kann und nicht durch Quote überzeugen muss. Herzlichen Glückwunsch zu 25 Jahren Furore Verlag! – von Frau zu Frau."


Hope Lee

Komponistin

"Furore bedeutet mir soviel – ich wünschte, ich fände die richtigen Wörter, um dies zu beschreiben. 2011 feiert der Furore Verlag seinen 25. Geburtstag und es ist das 15. Jahr, in dem meine Musik eine "Heimat" hat. 1995 schickte mir ein Freund eine Kopie eines Artikels aus einer australischen Zeitung, in der ein Interview mit einer Musikverlegerin abgedruckt war. Ich las den Artikel mit großem Interesse. Auf dem Foto waren drei Frauen abgebildet, jeweils mit einem strahlenden Lächeln und einer wunderbaren Ausstrahlung. Ich las den Artikel mehrfach, schaute mir das Foto an und traf schließlich eine wichtige Entscheidung.

Einige Tage später hatte ich nach vielen Versuchen einen Brief aufgesetzt. Darin erklärte ich, wer ich war, warum ich schreibe, und ich legte der Sendung eine Partitur meiner neuesten Komposition bei. Ich schickte das ganze an diese ausländische Adresse mit dem schönen Namen "Furore" in Deutschland. Ich hatte große Hoffnung, aber wenig Erwartung. Einige Tage später war die Antwort da. Mein erster Gedanke, als ich den versiegelten Umschlag in den Händen hielt, war, "hier kommt die höfliche Ablehnung". Aber der Inhalt des Briefes machte mich stutzig. "Sie" waren interessiert und baten mich, so viele Werke wie möglich zu schicken, um eine Bewertung zu ermöglichen. Ich habe sofort mit Freude und großer Hoffnung alles auf die Reise geschickt. Dann kam die größte Überraschung: Furore war an der Veröffentlichung meines gesamten Werkes interessiert!

1996 war ich die einzige kanadische Komponistin, deren vollständiges Werk in Europa veröffentlicht wurde – und ich bin es immer noch. Jedes Mal, wenn ich eine neue gedruckte Partitur in den Händen halte, ist es ein kostbares Geschenk. Ich blättere durch die Noten, Seite für Seite, erfüllt von einem Gefühl der Ehrfurcht, mit tiefer Dankbarkeit an alle, die das möglich gemacht haben.

Als Komponistin geht man einen einsamen Weg, insbesondere wenn man in einer jungen, wohlhabenden Stadt lebt, wo viele der Einwohner für die Ölindustrie oder für Banken arbeiten, und Sport und Spielfilme weitaus unterhaltsamer finden als Konzerte, wo man die Anzahl der aktiven Komponisten zeitgenössischer Musik an einer Hand abzählen kann, wo die Mehrheit der professionellen Musiker kein Interesse an zeitgenössischer Musik hat. Oft fragen mich die Menschen, was mich motiviert zu komponieren, und was mich dazu bewegt, zu einem solch ungünstigen Zeitpunkt und an einem so unvorteilhaften Ort an der modernen Musik festzuhalten. Das Komponieren gibt mir die Möglichkeit, mit meinem inneren Wesen zu kommunizieren und die Essenz der Schönheit und der Komplexität der menschlichen Emotionen einzufangen. Es ermöglicht mir, meiner Vorstellungskraft Flügel zu verleihen. Dass meine Kompositionen vom Furore Verlag herausgegeben wurden, hat mich mit der Außenwelt verbunden, dadurch öffnet sich eine Tür für meine Musik, sodass ich viele, die sich für meine Musik interessieren, erreichen kann.. Eine solche Kommunikation hilft mir, Kräfte zu sammeln, um meine kreative Reise ohne jegliche Kompromisse fortzusetzen. Der Furore Verlag war das Licht auf diesem Weg, den ich seit fünfzehn Jahren gehe.

Am 25. Geburtstag von Furore können wir so viele Errungenschaften und Verdienste des Verlages feiern: Partituren und Bücher sind gedruckt, CDs sind erschienen, und der Verlag hat viele Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten... Happy birthday, Furore Verlag!

Danke, Renate, Sabine und allen Mitarbeitern im Verlag, dass Sie uns unermüdlich ermutigen, und uns engagiert unterstützen und dafür, dass meine Musik eine "Heimat", ein "home sweet home" gefunden hat!"


Ingeborg Feilhauer

ZDF, HR Fernsehspiel Musikredaktion

"'Wo bleibt die Musik, wenn sie gehört ist?' war die Frage auf einer Postkarte, die ich neulich bei einem Komponisten sah. Im besten Falle wird sie verlegt und dann bleibt sie tatsächlich. Nämlich für alle erhalten, die sie wieder hören möchten. Als ich mich Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts entschloss meine Magisterarbeit in Musikwissenschaft über eine französische Komponistin zu schreiben, gab es ein Argument, das eindeutig für die Beschäftigung mit dieser in Vergessenheit geratenen außergewöhnlichen Musikerin Augusta Holmès sprach: nahezu ihr gesamtes Oeuvre war verlegt und damit erhalten.

Dass auch anderen Komponistinnen diese Form der "Verewigung" zuteil geworden ist, manifestiert sich in der stetig wachsenden Sammlung des einzigartigen Archivs "Frau und Musik". Um diese Zeit herum, bei einem dieser Komponistinnen-Musikfestivals, kam es zu einer ersten Begegnung mit Renate Matthei, die das in meinen Augen kühne Unterfangen begonnen hatte einen Verlag für Komponistinnen zu gründen. In einer Zeit als es noch keine gender studies gab, als alles, was zu diesem Thema publiziert wurde, sofort den Feminismusverdacht erregte, als erhitzte Debatten über Fragen, ob es überhaupt nötig sei auf Frauen als Komponistinnen extra hinzuweisen geführt wurden, hielt ich das für einen mutigen Schritt, für den vor allem sprach, dass Renate Matthei aus einer „Verlegerdynastie“ stammte. Was, wie sich bei vielen folgenden Gesprächen zeigte, nicht nur Segen für sie war. Ihr „startup-Unternehmen“, was man damals freilich nicht so nannte, war in den Folgejahren bei allen Musikfestivals zum Thema Frau und Musik, über die ich gelegentlich in verschiedenen Zeitungen schrieb, präsent und jedesmal gab es neue Publikationen.

Ein Renner der Anfangsjahre der „Komponistinnen-Kalender“, sehr beliebt die Postkarten, äußerst informativ die biografischen Sammlungen, aber vor allem das wachsende Notenmaterial, sorgfältig edierte Werke. Mein Favorit immer noch ist die Faksimilie-Ausgabe von Fanny Hensels „Das Jahr“. Für mich steht fest, wenn Renate Matthei vor 25 Jahren nicht den Furore-Verlag gegründet und damit eine Plattform für die Veröffentlichung der Werke von Komponistinnen installiert hätte, wäre das Thema nie in dieser Dimension schließlich auch von anderen aufgegriffen worden."


Monika Krieg

Monika Krieg, OTTO HARRASSOWITZ GmbH & Co. KG, Booksellers & Subscription Agents Head Sales Europe/ Head Publisher Relations

"Während meiner Ausbildung zur Musikalienhändlerin Anfang der 90er Jahre hatte ich zum ersten Mal mit dem noch ganz jungen Furore Verlag zu tun. Damals, als junge Frau, hat mich am meisten die konsequente Ausrichtung des Verlages auf Musik von Komponistinnen fasziniert. Heute habe ich noch immer mit Furore zu tun und ich schätze noch immer am meisten das Programm.

Aber auch die hohe Qualität der Noten macht es uns als Bibliothekslieferant leicht, diese hervorragenden Ausgaben an Bibliotheken weltweit zu vertreiben. Und nicht zuletzt ist es halt auch die persönliche Verbindung zu Euch, liebes Furore-Team, die mich besonders gerne einen herzlichen Glückwunsch zu Eurem Jubiläum schicken lässt. Macht bitte genauso weiter wie bisher!"

Frank Kämpfer

Deutschlandfunk / Musik & Information

"Jede neu erschiene Partitur ist hier von Gewinn. Nicht weil sie die Liste gedruckter musikalischer Werke verlängert, sondern weil sie Lücken auffüllt, die vor kurzem noch niemand wahrnahm: Auch Frauen haben Musik komponiert, und zu allen Zeiten. Die Veröffentlichungen des Furore Verlags verdeutlichen dies, Stück um Stück. Seit 25 Jahren ermöglichen und erzwingen die Notenausgaben, Musikgeschichte anders zu denken, zu korrigieren, um ihren weiblichen Teil zu ergänzen.

Doch der Furore Verlag leistet heute viel mehr: er ist Archiv, Begegnungsort, Informationsplattform. Die alphabetische Liste der verlegten Urheberinnen kommt einem Lexikon gleich. Internationalität kennt keine Grenzen. Dass komponierende Frauen in Geschichte und Gegenwart doch ins allgemeine Bewusstsein gerückt sind – Furore hat seinen Anteil daran. Wie gut, dass die Macherinnen bis heute durchgehalten haben. Der Deutschlandfunk hat ihre Arbeit früh mit Interesse betrachtet und nie aus den Augen verloren. Wir gratulieren, indem wir aufs Neue berichten."

Susanne Vongries

Management Chor des Bayerischen Rundfunks

"Frauen, die komponieren?!? Gibt es das? Auch heute sind Komponistinnen bei den musikalisch Kreativen eher in der Minderzahl – rein quantitativ betrachtet. 100 oder 200 Jahre zurückgeblickt, waren sie aber nahezu undenkbar. Trotzdem gab es sie trotz aller Widerstände: Frauen, die ihrer Leidenschaft für die Musik ungeachtet aller Traditionen gefolgt sind und komponierten!

Frauen, die nur komponierende Frauen verlegen??? Hat das denn eine Zukunft??? So war wohl die eine oder andere Reaktion, als die Gründung von Furore bekannt wurde. Und nun – 25 Jahre später, nachdem eine Frau ungeachtet aller Konvention ihrer Leidenschaft gefolgt ist, ist zu konstatieren: Es gehört zu Ihren Verdiensten, das musikalische Erbe eines ganzen Geschlechts über viele Epochen hinweg zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern und damit einem breiten Publikum zugänglich gemacht zu haben. Ihnen haben Sie bislang unentdeckte Schätze erschlossen und den musikalischen Reichtum vieler „vergessener“ oder „verbotener“ Werke wieder oder überhaupt erst ermöglicht, erstmalig hörbar gemacht zu werden. Dafür ist Ihnen die Musikwelt zu Dank verpflichtet!

Die herzlichsten Glückwünsche zum Jubiläum und behalten Sie sich die Neugier nach "Unerhörtem" – im doppelten Wortsinn!"


Michael Rosenthal

Musikalienhändler aus Leipzig

"Seit 25 Jahren gibt es mit dem Furore Verlag in Kassel einen Verlag mit einem ausgeprägtem und dazu einmaligen Programm. Komponistinnen aus aller Welt vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart werden hier, zum großen Teil erstmals, veröffentlicht.

Durch die Buchmesse in Leipzig wurden mir schon sehr früh die Aktivitäten der Verlagsgründerin Renate Matthei bekannt. Mit Interesse und Sympathie verfolgte ich seitdem die Entwicklung des Furore Verlages. Gerade als Leipziger Musikalienhändler interessierten mich besonders die Veröffentlichungen von Werken Fanny Hensels, der Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy, und Clara Schumanns. Inzwischen sind bei Furore Werke von über 150 Komponistinnen veröffentlicht worden, viele davon als Erstveröffentlichungen.

Zielstrebig und mit großer Sachkenntnis wurde der Verlag entwickelt und ausgebaut. Als Ergebnis dieses Engagements stehen weltweit mehr als 1.200 Werkausgaben dem Musikleben und damit auch dem Musikalienhandel zur Verfügung. Meinen herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum verbinde ich mit großer Hochachtung für die Leistung der Gründerin Renate Matthei und ihrer Mitstreiterinnen und wünsche weiterhin aufgeschlossene Partner in der ganzen Welt. Möge weiter Furore durch Furore entstehen!"


Dr. Astrid Mader

Journalistin, Rhein-Neckar-Zeitung

"Gegeben hat es sie immer: Jene Tonkünstlerinnen und Schöpferinnen intimer, kleiner Kammermusiken sowie instrumentaler und vokaler Großformate, von denen allzu häufig sehr viel verloren ging: Vergessen sind die Melodien der großen Sappho. Wenig ist erhalten geblieben von den geistlichen Liedern der Ordensfrau und Mystikerin Hildegard von Bingen. Kaum etwas ist in Fachkreisen über das kompositorische Schaffen der bedeutenden Musikmäzenin und Schwester Friedrichs des Großen, Wilhelmine von Bayreuth, bekannt.

Dass man heute etwas davon weiß, ja dass täglich mehr Menschen davon erfahren, ist nicht etwa dem Umstand zu verdanken, dass sich "Qualität schon durchsetzen werde". Mit den Nachwehen der europäischen Emanzipationsbewegung entstand vor 25 Jahren in der nordhessischen Stadt Kassel unter der Ägide von Gründerin Renate Matthei ein Verlag, in dessen Programm ausschließlich Kompositionen von Frauen aufgenommen werden. Dies war von Anfang an so und bleibt auch im Jubiläumsjahr, nach Herausgabe von über 1.000 Werken von weit über 150 musikschaffenden Frauen aus aller Welt so. Und das ist gut so. Nicht nur, weil die Weltgeschichte lehrt, dass „frau“ für sich und die Ihren kämpfen muss, will sie etwas erreichen. Sondern vor allem auch deswegen, weil es sich lohnt. Weil die Aufführungen von alten Schätzen wie Fanny Hensels "Oratorium" in der New Yorker Carnegie Hall oder von zeitgenössischen Werken wie Vivienne Olives Märchenoper "Das hässliche Entlein" unsere von unzähligen Wiederholungen der immer gleichen "Klassiker" so müde gewordenen Ohren aus einer Eintönigkeit heraus manövrieren, die uns einzulullen drohte. So entsteht musikalische Vielfalt, wo vorher eine perspektivische Beschränktheit bestand. So werden musikwissenschaftliche Lücken geschlossen und musikalische Abhängigkeiten, wie etwa die Chopins von Maria Szymanowska deutlich.

25 Jahre Furore-Verlag: Dahinter steht eine eindrucksvolle, in Noten einsehbare Bilanz weiblichen musikalischen Schaffens. Zeit zu feiern. Zeit, Olga Magidenko zu spielen oder Tsippi Fleischers Kinderoper "Oasis" zu besuchen."


Jürgen Grahl

Geschäftsleitung Grahl & Nicklas GmbH Musikgroßsortiment

"Als vor nunmehr 25 Jahren der Furore-Verlag sein Wirken begann, hätte selbst ich als versierter Musikalienhändler kaum mehr als ein Dutzend Komponistinnen aus dem Stegreif benennen können. Dass sich das grundlegend geändert hat, ist nicht zuletzt dem rührigen Eifer von Renate Matthei und ihrem Verlagsteam zu verdanken.

Unbeirrbar in ihrem Tun hat sie nicht nur die deutsche Musiklandschaft verändert. Rund 200 Titel des umfangreichen Verlagsprogramms führen wir mittlerweile ständig am Lager, mit steigender Tendenz! Dem Verlag und seinen MitarbeiterInnen wünsche ich auch für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg."

Barbara Heller

Komponistin aus Darmstadt

"Mit der Gründung des Furore Verlags öffnete sich ein weites neues Erfahrungsfeld für uns Komponistinnen. Es war eine Art Fingerzeig an die Öffentlichkeit: H e r s e h e n ! H i n h ö r e n ! Unsere Musik wurde gewünscht und publiziert, sie konnte erworben werden und aufgeführt! Wir brauchten nicht mehr "betteln gehen", uns anbiedern.....

Die damalige immense Geringschätzigkeit komponierender Frauen im Verlagswesen hatte ein Ende! Damals – 1986 – allerdings ahnte wohl kaum jemand, welche rasante Entwicklung das nach sich ziehen würde. Eine systematische Forschung über Musik von Komponistinnen (auch historische Musik) breitete sich aus, nach dem Wurf des „Furore- Steins“" in den See der Musik. Die Verlagsgründung entstand im Zusammenhang einer Aufbruchsstimmung im Deutschland der Frauenbewegung. In allen Kunstbereichen formierten sich die Frauen, so auch im Musikbereich mit E.M.B. (Mascha Blankenburg) und der Gründung des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik e. V. In den 25 Jahren ist es fast selbstverständlich geworden nach der Biografie, nach Noten oder einer CD von einer Komponistin zu fragen.

Ich hatte das Glück, in der Anfangszeit dabei zu sein und bin gewiss durch diesen Verlag aus dem Dornröschenschlaf geweckt worden. Dank sei den Verlegerinnen für die unermüdliche Arbeit."


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