Bereich
Komponistinnen A-Z
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Elisabeth-Claude Jacquet de La Guerre
* 17.03.1665 † 27.06.1729

Im 17. und 18. Jahrhundert brachte Frankreich eine Reihe bedeutender Musiker hervor, von denen Elizabeth-Claude Jacquet nicht die Geringste war. Sie wurde 1665 in Paris geboren und erlangte schon in jungen Jahren Ruhm als Cembalistin.

Früh erhielt sie eine Anstellung am Hof Ludwigs des XIV., wo es ihre Aufgabe war, für musikalische Unterhaltung zu sorgen. Mit ihrem Wirken als Sängerin, Cembalistin und Komponistin erwarb sie sich Anerkennung auch über Frankreich hinaus. Anfang der 1680er Jahre verließ sie den königlichen Hof, heiratete den Pariser Organisten Marin de la Guerre und schuf sich nun Mlle de la Guerre einen eigenen ausgedehnten Wirkungskreis als Cembalistin und Komponistin. Höhepunkte des Erfolgs in ihren frühen Jahren waren u. a. die Veröffentlichung ihres ersten Bandes mit Cembalostücken 1687 oder die Aufführung ihrer tragödie lyrique, Cephale et Procris, sieben Jahre später. Zum ersten Mal wurde damit die Komposition einer Frau an der Académie Royale de Musique aufgeführt. In den Jahren nach 1700, nach dem Tod ihres Vaters, ihres Sohnes und ihres Mannes, intensivierte sie ihre schöpferische Tätigkeit noch. In der Tat gab sie die meisten ihrer Publikationen zwischen 1707 und 1715 heraus. Regelmäßig veranstaltete sie Konzerte in ihrem Hause, wohin bis zum Jahre 1717, als sie sich vom aktiven Musikleben verabschiedete, alle großen Musiker und Musikkenner kamen, um sie anzuhören'. Als sie 1729 starb, galt La Guerre als eine der großen künstlerischen Persönlichkeiten ihrer Zeit, deren Kompositionen und Wirken als Interpretin dauerhafte Anerkennung verdient.

Werke:

Annäherung VI - an sieben Komponistinnen
Esther. Cantata
Jacob et Rachel
Jonas. Cantata
Judith. Cantata
Le Sommeil d’Ulisse. Kantate für MS/T, Violine und B.c.
Sonates pour le Viollon et pour le clavecin Vol 3: Sonata V (a), Sonata VI (A)
Sonates pour le Viollon et pour le clavecin. Vol 1: Sonata I (d), Sonata II (D)
Sonates pour le Viollon et pour le clavecin. Vol 2: Sonata III (F), Sonata IV (G)
Triosonaten Band 1
Triosonaten Band 2

Sophie Gail
* 28.08.1775 in Paris

Edmée Sophie Gail, geborene Garre, wurde am 28.8.1775 als Tochter des königlichen Arztes und Chirurgen Claude-François Garre (1730–1799) in Paris geboren.

Von Kindheit an galt sie als gute Pianistin und veröffentlichte bereits im Alter von 14 Jahren erste Lieder. Sie studierte Musiktheorie bei François-Joseph Fétis, heiratete 19-jährig den 20 Jahre älteren Philologen und Professor Jean-Baptiste Gail und ließ sich bereits 1801 wieder scheiden. Studien- und Konzertreisen als Sängerin führten sie nach Südfrankreich, Italien, England, Deutschland sowie nach Spanien. Vor allem die Eindrücke der Reise nach Spanien hatten großen Einfluss auf ihr kompositorisches Schaffen. Zwischen 1808 und 1810 war ihr Salon Treffpunkt von namhaften Sängerinnen und Sängern in Paris. Einer ihrer vier Söhne ist der Schriftsteller Francisque Gail. Sophie Gail schrieb zahlreiche Lieder und Romanzen sowie vier einaktige Opern (Les deux jaloux, Demoiselle de Launay dans la bastille, Angela ou L’atelier de Jean Cousin, La Sérénade) von denen Les deux jaloux („Die beiden Eifersüchtigen“) aus dem Jahre 1813 die bekannteste ist und sich während der gesamten ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Repertoire der Opera Comique hielt. Sie starb 1819 43-jährig hochgeschätzt in Paris.

Werke:

Rosa & Henry. Lieder um 1800

Lucija Garuta
* 14.05.1902 in Riga † 15.02.1977

Lucija Garuta kam am 14. Mai 1902 in Riga zur Welt. Über ihre Eltern und musikalische Anregungen und Ausbildung in ihrer Kindheit war in Literatur und 1 erichten von nochlebenden Zeitgenossen nichts zu erfahren. Ihre musikalische Laufbahn aber ist in den einschlägigen Lexika genau wiedergegeben.

Die Grundlagen der Kompositionslehre studierte L. Garuta in Riga bei N. Almanis, dazu Klavier im lettischen Konservatorium in der Klasse von Frau M. Zilinska, dann bei Hans Schmidt, später bei L.G. Dombrovska. Kompositionstheorie studierte sie bei J. Vitols bis 1925. 1926 und 1928 vervollkommnete sie ihr Studium in Paris bei Paul Dukas und Le Flema in Komposition und bei Filipa und Jean Cortot am Klavier.

Werke:

Annäherung V - an sieben Komponistinnen

Ada Gentile
* 26.07.1947 in Avezzano, Abruzzen

Ada Gentile wurde am 26. Juli 1947 in Avezzano in den Abruzzen in eine sehr innig verbundene Großfamilie hineingeboren. Sie ist die Jüngste von zehn Kindern. Sie begann mit dem Klavierstudium am Conservatorio di St. Cecilia in Rom und wechselte dann zu Irma Ravinale zum Studium der Komposition. 1971 legte sie ihr Diplom im Klavierspiel ab, 1974 schloss sie das Kompositionsstudium ab

Sofort danach schrieb sich Gentile an der Accademia di Santa Cecilia für Meisterkurse ein, wo sie das Glück hatte, den letzten Meisterkurs von Goffredo Petrassi vor seiner Pensionierung mitzubekommen, und zwei Jahre später mit einem Diplom abzuschließen. Ihre Kompositionscharakteristika sind eine gründliche Suche nach dem Klang, die den Zuhörerinnen immer neue und überraschende Resultate anbietet: ein reiches, klingendes Kaleidoskop, das durch die Auswahl extremer dynamischer Bereiche entsteht Auftragskompositionen schrieb sie für Rai Radiotelevisione Italiana, die Münchener Biennale und die Accademia di Santa Cecilia in Rom. An Auszeichnungen sind zu nennen: der Gaudeamus in Amsterdam 1982 und zwei Mal der ISCM - in Budapest 1986 und in Essen 1995. Die Musiker, die ihr am Nächsten standen waren Aldo Clementi, Francesco Pennisi, und unter den ausländischen die östliche Schule um Györgi Ligeti und György Kurtag, und in Amerika Elliot Carter. 1994 wurde bei der Münchner Biennale ihre Oper La liberazione di Ruggiero dall'isola di Alcina uraufgeführt. Neben der Tätigkeit als Komponistin unterrichtete Ada Gentile am Conservatorio di St. Cecilia. Außerdem war sie künstlerische Leiterin des Goffredo Petrassi Kammerorchesters (1986-88).

Werke:

Annäherung XII - an sieben Komponistinnen XII

Irene Giblin
* 12.08.1888 † 12.05.1974

Irene M. Giblin wuchs in Missouri auf uns lebte den größten Teil Ihres Lebens in St. Louis. Sie war eine sehr gute Klavierschülerin und ihre erste Anstellung war die einer “music demonstrator” in dem ‘Grand Leader department store’ in St. Louis im Alter von 14 Jahren.

Dort spielte sie die neuesten Hits aus dem Jerome Remick Katalog. Später wechselte sie zu dem 'Stix, Baer & Fuller department store'. Insgesamt war sie fünf Jahre lang in dieser Position tätig und fehlte in der ganzen Zeit nur eine Woche bei Ihrer Arbeit.

Werke:

Ragtimes

Imogene Giles
* 16.01.1877 † 29.11.1964

Wurde als Gertrude Imogene Rupert in Fairfield, Iowa, geboren und es nahezu nichts aus Ihrem Leben bekannt. Sie heiratete Henry Emerson Giles und betrieb die erfolgreiche Giles Brothers Music Company in Quincy, Illinois mit ihrem Bruder Jacob. Nach ihrer Hochzeit gab sie in ihrer Musikalienhandlung Musikunterricht.

Leider stehen keine weiteren Informationen zur Verfügung!

Werke:

Ragtimes

Ursula Görsch
* 1932

Ursula Görsch studierte Musik an der Pädagogischen Hochschule in Bremen und absolvierte neben dem Schuldienst ein privates Klavierstudium bei Walter Bohle am Bremer Konservatorium. 1964 trat sie für fünf Jahre in den Auslandsschuldienst nach Istanbul und gründete dort das erste Jugendkammerorchester der Türkei. Der Rückkehr nach Deutschland 1969 schlossen sich ein weiteres Studium an der Musikhochschule Karlsruhe sowie der Besuch von Kompositionskursen in Darmstadt und Salzburg an.

Ihr Werk umfasst Klavier- und Kammermusik, Orchesterwerke, Vokal- und Chor- sowie Bühnenmusik und erklingt in zahlreichen Aufführungen und Radiosendungen im In- und Ausland. 1990 nahm die Komponistin für ihre "Cantata Curiosa" den Preis der Gerhard Maasz-Stiftung entgegen.

Werke:

25 plus piano solo. 27 Kompositionen zeitgenössischer Komponistinnen
Piano Latinero: Habanera, Carioca, Zortziko

Luise Greger
* 27.12.1862 in Greifswald † 25.01.1944 in Merxhausen

Luise Greger wurde am 27. Dezember 1862 als jüngstes von vier Kindern des Greifswalder Unternehmers und Senators August Sumpf in Greifswald geboren. Ab ihrem fünften Lebensjahr erhielt sie Klavierunterricht und sie begann bereits mit elf Jahren, selbstständig zu komponieren. Der Greifswalder Musikdozent Carl Ludwig Bemmann (1807–1893), ein Freund Karl Löwes, erteilte ihr Klavier- und Kompositionsunterricht und ließ sie bald öffentlich konzertieren. Er förderte Luise Gregers Talent, so dass früh ein Lieder-Album mit 18 Vertonungen aus Kompositionen der 13- bis 16-jährigen Luise Greger entstand, welches noch zu ihren Lebzeiten in vier Auflagen erschien (vgl. Kasseler Post, 27.12.1932).

Bevor sie ihre kompositorischen Techniken verfeinern konnte, begleitete Luise Greger ihre kranke Mutter für ein Jahr auf eine Reise nach Italien und in die Schweiz. Damit begann eine Zeit der großen Reisen, welche sie in alle Länder Europas und des näheren Orients führten. Dies spielte im Leben der Komponistin eine besondere Rolle, da sie auf diese Weise ihre früh entwickelte Kunst überall mit interessanten Menschen zusammenbrachte. „So musizierte sie bei ihrem Aufenthalte in Pallanza am Lago Maggiore drei Wochen lang jeden Abend im Salon des gleichzeitig dort zur Erholung weilenden 70jährigen Alfred Krupp und trat u. a. auch zu Julie von Bothwell, der Tochter Karl Loewe’s in freundschaftliche Beziehung.“ (Hessenspiegel Nr. 5, 30.05.1925) Durch die Heirat mit dem Arzt Ludwig Greger (1860–1919) im Jahr 1888 kam Luise Sumpf nach Berlin und „pflegte dort eifrigst Gesang und Klavierspiel bei hervorragenden Meistern“ (Hessenspiegel Nr. 5, 30.05.1925). Sie selbst gab an, Gesangsunterricht von Hedwig Wolf, Tochter des bekannten Bildhauers Albert Wolff, – der mütterlicherseits entfernt mit ihr verwandt war – erhalten zu haben. 1894 siedelte die Familie nach Kassel-Wilhelmshöhe (heute: Burgfeldstraße) über, wo sie zusammen mit ihrem Mann in der Burgfeldstr. 17 eine Kuranstalt gründete. Nach ihrer Scheidung im Jahr 1911 veranstaltete sie, unterstützt von ihrem ältesten Sohn Helmuth, in ihrer Kasseler Wohnung (heute: Wilhelmshöher Allee 259) Salons, in denen sie auch als Interpretin ihrer zahlreichen Liedkompositionen auftrat. Wegen einer „allmählich zunehmenden senilen Seelenstörung“, so ist in ihrer Krankenakte zu lesen, wurde sie Anfang Dezember 1943 mit einem Sammeltransport in die psychiatrische Anstalt Merxhausen verlegt. Nur drei Wochen später, am 25. Januar 1944, verstarb die Komponistin dort im Alter von 81 Jahren. Luise Greger komponierte über 100 Lieder, welche sie größtenteils im Eigenverlag und teilweise in mehrfachen Auflagen veröffentlichte. Ihre produktivste Schaffensperiode erstreckte sich von den späten 1890er Jahren bis Anfang der 1930er Jahre. Am nächsten ist Luise Greger wohl Johannes Brahms sowohl was die Harmonik anbetrifft als auch die Wahl der Textinhalte. Das Spektrum ihrer Lieder reicht vom hymnischen oder sehnsuchtsvollen Überschwang bis zur volksliedhaften Geste wobei es eine musikalisch sehr schöne und ergiebige seelische Heimat im getragenen oder melancholischen Ton gibt. Im Furore Verlag erscheinen nach und nach alle ihre Werke in neuen Editionen. Der Großgattung Oper näherte sie sich erst spät; der Klavierauszug ihrer Märchenoper „Gänseliesel“ trägt die Opuszahl 170. Deren erfolgreiche Uraufführung am 10. Dezember 1933 im Stadttheater Baden- Baden dürfte ein besonderer Höhepunkt in ihrem Leben gewesen sein. Die Kasseler Musikerin Barbara Gabler instrumentierte zusammen mit Regine von Lühmann einen Teil der nur im Klavierauszug überlieferten Märchenoper neu, Klaus Schützmannsky überarbeitete das Libretto und ersann eine mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln überaus gelungene Inszenierung der in Vergessenheit geratenen „Gänseliesel“. So konnte die Märchenoper in einer Neuinszenierung am 4. November 2012 in Kassel auf die Bühne gebracht werden. Aufgrund des großen Erfolges wird eine erweiterte Fassung am 7. September 2013 im Augustinum Kassel zu sehen sein. Die Oper hat das Potential, künftig an die Stelle der beliebten und zu Weihnachten in deutschen Opernhäusern üblichen Oper „Hänsel und Gretel“ zu treten.


WDR3 im Porträt: Die Komponistin Luise Greger: Romantische Lieder aus Kassel



Werke:

Auf den Schwingen der Nacht
Der Frühling lockt!
Gänseliesel. Ein Märchenspiel (KA)
Gänseliesel. Ein Märchenspiel (Partitur)
Lieder Album für Singstimme und Klavier
Luise Greger: CD Lieder
Malönchen für Sopran und Klavier
Weihnachtslieder
Weihnachtslieder von Komponistinnen Band 1
Weihnachtslieder von Komponistinnen Band 4
Zehn plattdeutsche Lieder

Sofia Gubaidulina
* 24.10.1931 in Tschistopol an der Wolga

Sofia Gubaidulina wurde 1931 in Tschistopol an der Wolga geboren. Sie studierte Musik in Kasan und am Moskauer Konservatorium. Sie zählt neben A. Schnittke, E. Denissow und V. Silwestrow zu den führenden russischen Avantgardisten. Ihre Werke werden zunehmend im Westen bekannt. 1963 erhielt sie den 1. Preis im Allunionswettbewerb für ihre Komposition 'Allegro rustico', für ihr Orchesterwerk 'Stufen' eine Auszeichnung im 7. Internationalen Kompositionswettbewerb in Rom.

Leider stehen keine weiteren Informationen zur Verfügung!

Werke:

Annäherung IV - an sieben Komponistinnen

ADMINPANEL
Benutzername
Passwort