Wer wir sind, was wir tun …

1986 gründete die Betriebswirtin Renate Matthei in Kassel den Furore Verlag. Ihr dezidiertes Ziel war es, ausschließlich Werke von Komponistinnen aus allen Jahrhunderten zu publizieren. Dieses außergewöhnliche Vorhaben rief sowohl in der Musikbranche als auch in der Verlagslandschaft zunächst große Skepsis hervor, waren komponierende Frauen bis dahin doch weithin unbekannt und unbeachtet. Sogar das Nachschlagewerk des Deutschen Komponist:innenverbands (damals noch „Verband Deutscher Komponisten“) bot nur wenig Information zum Thema. Im Laufe der Zeit zeigte sich jedoch: Das Projekt war klug und vorausschauend! Heute –  fast 40 Jahre später – ist Furore als renommierte und geschätzte Verlagsgröße international anerkannt und immer noch weltweit der einzige Verlag, der exklusiv Werke musikschaffender Frauen für die Bühne, für Orchester, für Kammer- und Solomusizierende sowie für Chöre aus allen Jahrhunderten veröffentlicht.

Musik neu denken, Werke von Komponistinnen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen,  Stereotype der Wahrnehmung von Musik in Politik und Gesellschaft hinterfragen und schließlich auflösen – das ist bis heute zentrales Anliegen des Furore Verlags. In den 40 Jahren seines Bestehens hat Furore zahlreiche Werke klassischer Komponistinnen –  darunter vergessener Genies wie Fanny Hensel oder Clara Schumann – erstmals veröffentlicht. Daneben gibt er zeitgenössischen Komponistinnen die Möglichkeit, ihre Werke selbstbewusst und angemessen zu präsentieren sowie zur Aufführung zu bringen. Furore ist zugleich Kompetenzzentrum,  Begegnungsort und Bindeglied. Er berät, inspiriert und macht Musik von Frauen sichtbar, hör- und erlebbar.

Auszeichnungen und Würdigungen des Verlags

2021:  Hessischer Verlagspreis (Sonderpreis)

Auszeichnungen des Deutschen Musikeditionspreises „Best Edition“:

 2015:  „Mund auf Klappe zu“ (Lieder der Internationalen Frauenbewegung)

2010:  „Ausgewählte Lieder“ Josephine Lang (Kategorie Wissenschaftliche Edition)

2006:  Edition „25 plus piano solo“ (Kategorie Werke 20./21. Jahrhundert)

2002:  Faksimile-Edition „Das Jahr“ Fanny Hensel

1996:  Edition „Ton-Zeichen“ Barbara Heller (Kategorie Werke 20./21. Jahrhundert)

Würdigungen der Verlagsgründerin und Geschäftsführerin Renate Matthei:

2012:  Bundesverdienstkreuz am Bande, verliehen durch Bundespräsident Joachim Gauck

2015:  Hauptpreis des Soroptimist Deutschland Preis

2019:  „Aufmüpfige Frau des Jahres 2018“, Stiftung Aufmüpfige Frauen

2021:  Ehrenmitglied des Deutschen Musikrats

Im Furore Verlag erschienen bislang mehr als 3.000 Werke von etwa 230 musikschaffenden Frauen aus Europa, Amerika, Asien und Australien. Die Zeitspanne der Entstehung dieser Musik reicht vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Bei seiner Gründung sorgte der Verlag für viel Furore in der Musikwelt, denn bis dato war es ein gängiges Vorurteil, dass Frauen nicht komponieren könnten. „Wenn sie komponieren könnten, wären sie ja verlegt worden. Und da sie nicht verlegt worden sind, können sie auch nicht komponieren”, so der damalige Konsens. Diese Behauptung hat der Verlag mit seiner Arbeit in den vergangenen 40 Jahren überzeugend widerlegt. Von Anfang an kamen die Autorinnen und HerausgeberInnen aus der ganzen Welt und der Furore Verlag präsentierte seine Produkte ebenfalls international auf Messen und Kongressen.
Die bekannteste Komponistin im Furore Verlag ist Fanny Hensel, die Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys. Mehr als 170 Werke der bedeutendsten Komponistin der deutschen Romantik hat Furore erstmalig veröffentlicht: Lieder, große Chor- und Orchesterwerke, Klavier- und Kammermusik; darunter auch die Publikation des großen und vielfach rezipierten Klavierzyklus „Das Jahr” als vierfarbiges Faksimile und als moderne Notenedition.

Erstveröffentlichungen sind Schwerpunkt im Verlagsprogramm: Anna Amalias Oper „Erwin und Elmire”, Wilhelmine von Bayreuths Cembalokonzert, drei Sinfonien und ein Klavierkonzert von Emilie Mayer, Kammermusik von Louise Farrenc und alle Orchesterwerke von Mel Bonis, um nur Beispiele zu nennen.

Die französische Komponistin Mel Bonis hat ein breites Werkschaffen hinterlassen, das zum großen Teil vom Furore Verlag publiziert wurde: Musik für Klavier von den kleinsten Anfänger*innenstücken bis hin zu Konzertmusik, Kammermusik, Orchestermusik und ein umfangreiches Oeuvre im Bereich der Vokalmusik.
Exklusiv bei Furore ist neben der chinesisch-kanadischen Komponistin Hope Lee und der gebürtigen Londonerin Prof. Vivienne Olive auch die französische Komponistin Florentine Mulsant, die in Dakar, Senegal, geboren wurde und 2019 mit dem Prix Sacem für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

Weitere Informationen zur Verlagshistorie sowie biografische Informationen unserer Komponistinnen stellen wir Ihnen auf Wunsch gerne zur Verfügung.